Breathing Earth: Susumu Shingus Aktionen

Susumu Shingus Aktionen

AKTIONEN UND INITIATIVEN

DAS BREATHING EARTH-PROJEKT

Breathing Earth ist die Idee eines energieautarken Dorfes, das nur mit den natürlichen Energien von Wind und Sonne betrieben wird und im Spannungsfeld von Kunst und Wissenschaft als Begegnungsstätte, als Proben- und Aufführungsort, für Workshops, Forschungs- und Bildungsprojekte dienen soll. Für dieses Dorf sucht Susumu Shingu einen Ort auf der Welt. Es ist ein Projekt, das die Menschen ermutigen soll, darüber nachzudenken, wie wir im Einklang mit der Natur leben und die Beeinträchtigungen der natürlichen Umgebung verringern können.

Bausteine in der Verwirklichung von Breathing Earth markieren u.a. die Aktionen „Atelier in den Reisfeldern“ und „Genki-Nobori“. Auf der „Löffel-Insel“ im Marmara-Meer soll eine erste von Susumu Shingu entworfene und konstruierte Windmühle im Sommer 2013 aufgestellt werden.

»Ich war als Künstler immer nahe an der Natur und habe mich damit beschäftigt, wie man die Wunder der Natur ausdrücken und übersetzen kann. Das hat mich zu meinem „Breathing Earth“-Projekt geführt. Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen sind an diesem Projekt beteiligt. Sie alle teilen die Überzeugung, dass unser Planet ein wundervoller Ort ist, den wir schützen müssen.

Ich wollte einen Raum schaffen, wo wir zusammen nachdenken und reden könnten. Es ist wichtig, dass dieser Raum Ausstrahlung hat und Leute anzieht. Deswegen will ich dort Veranstaltungen organisieren, Theater und ähnliches. Als Zentrum habe ich ein rundes, gewölbtes Gebäude entworfen, das viele verschiedene Funktionen haben kann. Es kann ein Labor sein, ein Künstleratelier, eine Ausstellungshalle, ein Konzertsaal. Wir wollen dort Windmühlen bauen, eine neue Art von Windmühlen, die wir entworfen haben, ein Kunstwerk, das sein eigenes System zur Energieerzeugung hat. Es wird ein Dorf voller Windmühlen sein, die die gesamte benötigte Energie erzeugen.«

Wind Caravan (2001 – 2002)

In den Jahren 2000 und 2001 reiste Susumu Shingu mit seinem Kunstprojekt „Wind Caravan - Observation of our Planet“ rund um die Welt – 21 freistehende Windskulpturen aus Leichtmetallgestänge und Segeltuch, die in sechs für das Klima der Erde charakteristischen, meist dünnbesiedelten und von der Energieversorgung abgeschnittenen Landschaften aufgestellt wurden: in den Reisfeldern nahe Sanda, wo Susumu Shingu sein Atelier hat; auf der Insel Motukorea bei Neuseeland; am Inari-Eissee im Polarkreis in Lappland; in Tamdaght in der marokkanischen Felsenwüste; in der mongolischen Steppe von Undur Dov und in den Sanddünen von Cumbuco nahe Fortaleza in Brasilien. Zum Projekt gehörten Workshops und Kulturveranstaltungen, aber auch die Auswertung wissenschaftlicher Daten in Kooperation mit dem Windexperten Dr. Izumi Ushiyama. Die vor Ort benötigte Energie lieferten die Windskulpturen.

ATELIER IN DEN REISFELDERN (Juni – September 2011)

Das „Atelier in den Reisefeldern“ stand bewusst im Zusammenhang mit Breathing Earth. Es war ein Projekt, in dem Kinder während vier Monaten – von der Zeit der Aussaat bis zur Reisernte – in den Reisfeldern spielen und lernen. Die Windskulpturen von Susumu Shingu bilden das Bühnenbild für die verschiedenen Workshops der Kinder, in denen u.a. Genki-Nobori entworfen und hergestellt wurden.

GENKI-NOBORI (2011 / 2012)

Nach dem verheerenden Tohoku-Seebeben vom März 2011, das u.a. die Fukushima-Havarie auslöste, initiierte Susumu Shingu das Kunstprojekt Genki-nobori. Genki-nobori sind Abwandlungen der traditionellen japanischen Karpfenfahnen und –drachen, die bemalt und beschrieben ein Zeichen der Hoffnung und Ermutigung für die von der Katastrophe betroffenen Menschen geben sollen. An dem ersten Genki-nobori-Projekt beteiligten sich über 500 Menschen in Japan und aus dem Ausland, in Deutschland z.B. die Kulturwerkstatt Bottrop. Es folgten zahlreiche weitere Genki-nobori Workshops in Japan, meist in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kunstmuseen. In der Kunstaktion „Genki Caravan Yuriagi“ in der vom Seebeben stark betroffenen Stadt Natori verband Susumu Shingu im August 2012 unter großer Beteiligung der Bevölkerung die Genki-Nobori-Workshops mit der Aufstellung der 21 Wind Caravan-Skulpturen.

»Ich glaube, wir haben ein Gefühl für unsere Zeit als Menschen, unsere Lebenszeit, und ein Gefühl für den unermesslichen Rhythmus der Natur. Wenn diese beiden Rhythmen im Einklang miteinander sind, verstehen wir den Wert des Lebens. Ich möchte in meiner Arbeit die Energien der Natur, Wind, Wasser und Schwerkraft ausdrücken. Meine Werke entstehen im Dialog mit der Natur. Ich versuche, die Botschaft der Natur in Bewegung zu übersetzen.«

»Verglichen mit dem Wind, sind die Menschen, denke ich, sehr kurzlebige, zerbrechliche Wesen. Der Wind wehte schon, als die Erde in den Raum des Universums geboren wurde. Für mich ist der Wind das Absolute. Nach so vielen Jahren, in denen ich mit dem Wind gelebt habe, ist das das Wichtigste, was ich von ihm gelernt habe.«

»Ich denke, dass nur die Menschen auf ihr eigenes Leben fixiert sind. Wir suchen eine Bedeutung im Leben. Schmetterlinge sterben vielleicht niemals, ganz unabhängig von ihrer Lebensspanne. Vielleicht geht ihr Leben immer weiter. Es mag merkwürdig klingen, aber ich denke, dass ein Leben mit dem nächsten Leben verbunden ist. Nur die Menschen denken in Begriffen wie „existieren“ und „sterben“. Schmetterlinge denken wahrscheinlich nicht so. Das Leben, das nie endet … Wenn ich an mein Leben denke, denke ich, dass dieses Leben mit meinem Tod endet. Das lässt mich denken, dass das, was ich in meiner Lebenszeit zuwege bringen kann, unbedeutend ist.«

»Aus Sicht der Kinder ist alles neu und aufregend. Wenn wir älter werden, werden die Dinge weniger aufregend, gewöhnlicher. Auch wenn wir sie nicht verstehen, sehen wir die Dinge als gewöhnlich an. Wir leben einfach mit den Dingen, ohne zu versuchen, sie zu verstehen. Deshalb möchte ich Kindern nicht beibringen, erwachsen zu werden, sondern wie wunderbar es ist, Kind zu sein.«

»Das ist mein Traum. Wer seine Träume ernst nimmt, dem werden sie wirklich. Wer nicht an Träume glaubt, dem geschehen auch keine traumhaften Dinge.«
»Ich habe die Geschichte gehört, dass Minenarbeiter einen Kanarienvogel im Käfig unter Tage mitgenommen haben. Wenn die Luft in der Mine zu belastet ist, verliert der Kanarienvogel das Bewusstsein. Das warnt die Minenarbeiter vor der Gefahr. In den letzten Jahrzehnten hat die Erde schweren Schaden genommen. Es kommt mir vor, als würden wir in einer Kohlenmine leben. Vielleicht, denke ich, sollte ich ein Kanarienvogel sein?«

HomeKontakt + Impressum • Pressebetreuung: www.hoehnepresse.de • Verleih: www.piffl-medien.de • Breathing Earth. Ein Film von Thomas Riedelsheimer.
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